Moritz, meine Lebensgeschichte
Schließen
Erzählt von Petra Reimer 2006
Hi, mein Name ist Moritz !
Ich bin ein Mischlingshund und möchte mal etwas aus meinem schönen Hundeleben erzählen:
Also, alles der Reihe nach. Geboren bin ich in Göttingen am 4.
September 1988 im Göttinger Studenten- und Speiselokal
”Szültenbürger”. Meine Mutter war ein Bullterrier
und mein Vater ein Pudel, ganz edles Modell und wohnte im Burghotel
Hardenberg. Sie haben sich dort einmal getroffen und verliebt.

Mein Geburtshaus in Göttingen in der Prinzenstraße
Es kamen acht Hundekinder zur Welt. Drei wurden gleich gemurkst und
drei wurden nach ein paar Wochen verkuppelt. Mein Bruder und ich
blieben übrig und mußten bei der Mutter leben. Tagsüber
waren wir in der Wohnung, man war das langweilig. Ich muß dazu
sagen, ich war vom ersten Tage an ein kleines aufgewecktes Kerlchen.
Eines Tages kam ein Mann und nahm meinen Bruder mit. Habe ihn nie
wieder gesehen. Jetzt war ich alleine und lebte mit meiner Mutter
zusammen, ich soll sie ständig genervt haben und hörte jeden
Tag, er braucht ein neues Zuhause. War ja auch trostlos, den ganzen Tag
in der Wohnung, da habe ich viel Unsinn angestellt.
Die schönste Zeit war, wenn unser Frauchen frei hatte. Dann ist
sie mit uns an die Leine gefahren, ein Fluß in Göttingen.
Man war das immer aufregend. Wasser war von Anfang an mein Element. Ich
durfte toben und tollen und sah etwas von der Welt. Stadtleben war
anstrengend und viel zu eintönig. Am Tage sollte ich ruhig sein
und schlafen und nachts beim Gassi gehen meine Bedürfnisse
stillen. Ist doch kein Hundeleben, oder ?
In der Küche vom Szültenbürger war eine nette
Köchin, die mir immer etwas zugesteckt hat, sie mochte mich. Auch
das andere Personal hat sich sehr um mich gekümmert, trotzdem war
zu wenig Zeit für mich. Das sollte aber eines Tages alles anders
werden.
Wie es das Schicksal wollte, ging mein Bruder Kid mit seinem neuen
Herrchen spazieren. Sie trafen einen Bekannten, der ganz begeistert von
meinem Bruder war. Können sie auch haben, sagte der Typ zu dem,
der mal mein Herrchen werden sollte und gab im die Adresse vom
Szültenbürger.
Der hat natürlich gleich geguckt, ob ich noch zu haben war. Na
klar. Er kam dann mit seiner Frau, die von der wohl beschlossenen Sache
noch gar nichts wußte. Hedwig, die Köchin, brachte mich dann
in die Gaststätte, wo ich mich vorstellen sollte. Ich war sehr
aufgeregt. Da saß sie nun, oh dachte ich, laß jetzt blos
deinen ganzen Charme spielen. ”ist deine Chance”. Sie sagte
nur, ist der aber häßlich. Ich? Was für ein Quatsch! 5
Monate war ich schon alt. Die Beiden haben mich dann mit nach Hause
genommen, mir war alles egal, erstmal raus, frische Luft und
Erleichterung. Wenn das nichts wird mit ihm, bringe ich ihn in 3 Tagen
wieder, hörte ich sie noch zu der Köchin sagen. Damals
hieß ich noch Poldi. Wir kamen dann an einem großen Haus
an, es ging viele Treppen hoch, vor Aufregung habe dann auch noch ins
Treppenhaus gemacht, was zunächst niemand bemerkte. Jetzt erst mal
rein in die Wohnung, man was für ein Platz. Viel Platz, ich habe
gleich alles untersucht. War ja von Anfang an neugierig und immer
für Neuigkeiten zu haben. Mittlerweile war es schon Nacht und
irgendwie waren wir alle müde. Sie legten mir im Schlafzimmer eine
Decke neben das Bett, wo ich schlafen sollte. Als sie das Licht
ausmachten, wurde es mir unheimlich und ich bekam Angst. Leise fing ich
zu winseln und zu weinen an. Mein neues Herrchen nahm mich auf den Arm
und legte mich in die Mitte des Bettes. Oh, tat mir das gut. Sie
streichelten mich und er sagte, jetzt wollen wir erst mal alle
versuchen zu schlafen. Das Alles geschah an einem Donnerstag im Februar.
Hier throne ich. Basta!
Jetzt nahmen wir erstmal Tuchfühlung auf. Ich hatte keine
Hemmungen und dachte nur, das kann was werden. Die Hausbesitzerin hat
mich auch gleich akzeptiert, denn die Tochter hatte selber mal einen
Hund. Die anderen Hausbewohner mochten mich auch, denn ich war ja noch
ein kleiner Welpe, somit war alles klar. Ich muß dazu sagen, ehe
ich das vergesse, es hatten schon mal 2 Leutchen versucht mit mir
auszukommen, nicht der Rede wert, waren wohl nur ein paar Stunden.
Am Samstag sind die Beiden dann mit mir spazieren gegangen, die hatten
echt Zeit für mich, das hat mir gefallen. Sie mußten ja auch
erst am Montag wieder zum Dienst.
”Poldi komm her, Poldi komm zu mir”, so ging das in einer
Tour. Natürlich kam ich, war doch alles neu und interessant.
Plötzlich sagte sie, ””? Was ist das eigentlich
für ein Name ? Laß dir etwas anderes einfallen sagte er.
””sagte sie, ”tz”. OK. Sagte er, finde ich gut.
Mir war doch das egal, mensch wenn ich daran denke, was die Beiden
für Namen für mich hatten: Morice, Schnurzel, Puppi,
Täubchen, Wutz, Otto, Karlchen, Mörchen ,Morilein, Moped,
Schmusebacke. Ich bin doch kein Mädchen. Es ging den ganzen Tag
so, die waren total verknallt in mich.
Ja, so fing mein schönes Leben an. Ich hörte ihn noch sagen,
wollen wir den Hund zurück bringen? Den Hund wieder zurück
bringen ? Der bleibt bei uns für immer. Da war ja für mich
alles klar und das neue Leben konnte beginnen.
Am Montag mußten sie wieder zum Dienst und haben mich aber vorher
versorgt. Hat mir nichts ausgemacht, denn ich kannte ja das
Alleinesein, es war ja nur bis mittags. Dann kam mein Frauchen nach
hause und alles drehte sich erstmal nur um mich. Spazierengehen und
nachmittags etwas ausruhen. Abends kam dann mein Herrchen und es ging
nochmal raus. Oft war mein Herrchen beruflich unterwegs. Ich habe ihn
dann immer vermißt, doch er kam wieder nach Hause und ich stand
im Mittelpunkt. Das habe ich alles unheimlich genossen. Konnte es mir
besser gehen? Ich hatte es einfach gut getroffen.
Sie hatten in Hardegsen einen Campingplatz mit Wohnwagen, dort waren
wir fast jedes Wochenende. Im Sommer draußen, im Winter Kuscheln
im Wohnwagen.
Überhaupt, auf dem Campingplatz, das war immer eine tolle Sache.
Die Parzelle hatte eine Hollywoodschauckel, meistens für mich
alleine. Oft habe ich darauf gelegen und vor mich hingedöst.
Herrchen und Frauchen haben ihr Bier getrunken, wo ich auch eine Zeit
scharf drauf war, schließlich bin ich ja in der Kneipe geboren.
Herrchen ist dann mit mir spazieren gegangen und hat für mich
einen dicken Knüppel gesucht, an den ich mich immer hängen
durfte. Dann hat er mich immer rumgeschleudert und mit mir gespielt.
Man hat das einen Spaß gemacht. Kleine Ästchen waren
für mich nichts, ich war ja auch ganz schön kräftig und
voller Power.
Unser Platz war genau gegenüber einer Kuhwiese. In eine Kuh habe
ich mich direkt verliebt. Sie kam immer an den Zaun und hat mich
geküßt. Herrchen hat das alles fotografiert, glaubt ja sonst
keiner. Die anderen habe ich verjagt, es waren 11 Kühe. Besonders
die Kuhschiete hat es mir angetan, darin habe ich mich immer
gewälzt. Da war immer Ärger angesagt. Sie steckten mich dann
fast in die kleine Regentonne und haben mich gewaschen, denn ich habe
fürchterlich gestunken.
Im Herbst, wenn die Kühe weg waren, durfte ich auf der Kuhwiese
nach Herzenslust buddeln. Das hat mir auch immer sehr viel Spaß
gemacht.
Einmal wollte mich der Förster erschießen. Da hättet
ihr mal mein Herrchen sehen sollen, wie der diesen überheblichen
Kerl fertig gemacht hat. Ich bin nie in meinem Leben weggelaufen, oder
habe gewildert. Nur spielen. Kaninchen waren ja auch nicht mein Ding.
Freitags ist Herrchen oft mit mir zum Platz gefahren, denn Frauchen
mußte ja samstags noch arbeiten. Herrchen hat für mich dann
immer abends Spaghetti mit Tomatensoße und Parmesan gekocht, ich
fand das sehr lecker. Wir haben Frauchen dann am Samstagmittag abgeholt
und sind dann immer erst noch durch die Autowaschanlage gefahren, was
ich sehr toll fand. Ich hatte überkaupt keine Angst, bin immer im
Auto geblieben. Von der Zeit könnte ich noch sehr viel
erzählen, da hatte ich immer sehr viel Spaß.
Herrchen hatte um den Platz extra einen Zaun gebaut, damit ich nicht
abhaue. Hat viel Geld und Mühe gekostet. Pfiffig wie ich war, bin
ich aber drübergesprungen und zu meiner kleinen Freundin gelaufen.
Eine kleine weiße Malteserhündin. Pijou, was ganz Feines.
Die lief mir ständig hinter her, war total verknallt in mich.
Eigentlich nicht meine Kragenweite. Ich mochte lieber knackige Hunde,
nicht so Schoßhündchen.
Überhaupt, was habe ich für Typen kennen gelernt: Rambo,
Bonaparte, Nofretete, Cleopatra, Einstein, Sir und was nicht alles.
Dachten alle, sie waren etwas ganz Besonderes. Bonaparte und Nofretete
waren richtige langweilige Schlafmützen, Bassets. Die hatten
keinen Pfeffer im Hintern, aber ich. Manchmal hatte es Frauchen nicht
leicht mit mir. Ich war sehr temperamentvoll und sie mußte immer
aufpassen, daß ich keinen Unsinn anstellte. Ich konnte ein
richtiger dominanter Rabauke sein. Keiner durfte mich anmachen,
daß konnte ich auf den Tod nicht leiden. Menschen und Kinder
mochte ich sehr, mit denen kam ich unheimlich gut aus. Manche wollten
mich sogar haben, aber Frauchen hat gesagt, daß ist mein Hund,
der ist unverkäuflich. Ich war ja auch etwas besonderes. Vater
schwarzes Fell, Mutter weiß und ich grau. Sah aus wie ein
irischer Wolfshund, das gab es nicht oft zu sehen. Eine Kollegin meines
Frauchens sagte mal, ist der Hund aber häßlich. Da
hättet ihr mal mein Frauchen hören sollen, sie sagte zu ihr:
Haben sie heute schon mal in den Spiegel geschaut? Mein Frauchen fand
mich immer nur lieb und schön, sie hat mich immer verteidigt. Ich
war ihr Ein und Alles.
Erzogen haben die Beiden mich gar nicht, habe ich alles selber gemacht.
Herrchen hat immer gesagt, der Hund wird nicht gehauen, brauchten sie
auch nicht. Ein Blick, ein Wink und ich wußte wo es lang ging.
Sogar im Garten habe ich mir das abgeguckt, habe immer nur die Wege
benutzt, nie die Blumen zertreten, war ja auch Frauchens ganzer Stolz,
ihre schönen Blumen.
Im Wohnzimmer stand ein Sofa, ein Fernsehsessel und ein Sessel für
mich. Ich merkte von alleine, wenn ich mal Platz machen mußte,
dann ging ich von selber runter. Wenn ich auf dem Sessel thronte wie
ein Mensch, haben sie mich immer fotografiert. Ich war ja auch sauber,
wurde gewaschen und gekämmt. Habe ich alles über mich ergehen
lassen, Frauchen war dann immer ganz zufrieden. Zecken und Flöhe
wurden gesucht, war ja auch oft eine Plage, aber sie haben immer
aufgepaßt. Einmal habe ich den Beiden welche abgegeben, damit sie
auch mal merken, was das bedeutet. Gott sei Dank, wurden wir aber davon
befreit. Schlimm waren die ollen Kletten, da mußte ich immer
stillhalten. Ich hatte doch so eine schöne Löwenmähne,
sah wirklich gut aus. Beim Haareschneiden sagte Herrchen immer,
”der Hund wird nicht geglatzt, die Löwenmähne
bleibt.”Ich hatte sogar mein eigens Handtuch. Das Baden war immer
eine schöne Planscherei, Frauchen mußte dann immer alles
sauber machen. Alles wurde bildlich festgehalten, mein ganzes
schönes Leben.
Wir waren da mal am Keilereck in Hardegsen, dort war ein schöner
kleiner Bach und ich immer hinein, bis es nur noch eine braune
Brühe war. Frauchen mußte dann mit mir zum Campingplatz
laufen, wir durften nicht in das Auto.
Jetzt erzähle ich mal einige putzige Sachen aus der
Schillerstraße, wo ich damals schon nach drei Tagen wußte
wo ich wohne.
Bei einem Spaziergang sind wir an einem kleinen Geschäft
vorbeigekommen, draußen stand ein Korb mit Spielzeug. Ein sehr
großer Teddy, den habe ich mir geschnappt. Plüschtiere waren
ja auch eine Leidenschaft von mir. Frauchen ging in das Geschäft
und sagte, ”bringe meinen Hund nach Hause und kaufe dann den
Teddy, den könne man an Kinder nicht mehr verkaufen.”Sie hat
ihn dann bis abends versteckt, sonst wäre er kaputt gewesen. Als
Herrchen abends kam, ging das große Teddyspiel los, alles kaputt,
kein Teddy mehr. Das hat Spaß gemacht, die Fetzerei.
Hier schmolle ich, nein ich bin stinkig
Sie hat mir sogar die Stadt gezeigt. War nicht mein Ding, zu lebhaft
und einfach zu viele Hunde. Eines Tages sagte sie, ”machen heute
mal was ganz Schönes, wir fahren zum Wendebach-Stausee”.
Leider durfte ich da aber nicht ohne Leine laufen, also sind wir
rüber zum Baggersee. Auf der einen Seite waren Angler, auf der
anderen Seite war es sehr steil. Sie hatte aber Angst um mich,
daß ich da nicht wieder rauskomme. Einmal sind wir dan zu
Fuß bis dort hin gegangen. Übrigens mittags waren es immer
sehr schöne lange Spaziergänge. Wir kamen an einem
großen Rübenfeld vorbei. Ich bin da reingesprungen und
Frauchen hat mich nicht mehr gesehen. Sie rief mich immer, aber ich
habe mich erst einmal richtig ausgetobt. Schön kühl war das.
Das war in der Nähe von der Leine am Wehr, wo ich immer sehr viel
Tennisbälle gefunden habe. Dort staute sich der ganze Dreck .
Übrigens Tennisbälle, eine Sammelleidenschaft von mir. 60-80
Stück besaß ich, sie waren alle in einem Korb. Wenn ich
einen bestimmten suchte, habe ich den Korb erst einmal
umgestoßen. Meine Beiden mußten dann aufpassen, daß
sie nicht stolpern. Ich hatte auch Quietschebälle, wurden extra
für mich gekauft. Abends wenn Herrchen kam, durfte ich dann
zeigen, wie laut die bei mir werden konnten, auch ein riesen
Spaß. Sie waren dann manchmal genervt.
Einmal, nachmittags, sind wir zum Kerstlingröder Feld gefahren.
Frauchen sagte, ein Paradies für Hunde, das war es auch. Sehr,
sehr viel Auslauf. Ich konnte toben wie verrückt. Verstecken
spielen, Stöckchen, Bällchen schmeißen, ein toller
Spaß. Zwei Stunden waren wir da. Als wir zum Auto
zurückgingen, stand dort oben ein Mann. Er sagte zu Frauchen, es
war ja ganz toll wie sie mit ihrem Hund spielen( er hatte sogar ein
Fernrohr dabei), aber haben sie denn nicht gelesen, daß sie hier
nicht laufen dürfen. Es ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz
und gefährlich. Frauchen war ganz erstaunt, sie hatte es wirklich
nicht gelesen und der Mann wahrscheinlich von der Stadt sagte, ich
glaube ihnen und will auch nichts gegen sie unternehmen. Schade sagte
Frauchen, jetzt müssen wir uns wieder einen neuen Platz suchen, wo
man mal richtig toben kann, es ist ja fast überall verboten.
Bei einem Spaziergang lernte ich einen Boxer kennen. Netter Kerl. Wir
sind immer zusammen in die Leine gesprungen. Sein Herrchen hatte an der
Leine einen Garten. Die Beiden haben mittags schon immer auf mich
gewartet.
Zu Hause in der Wohnung habe ich auch viel dummes Zeug gemacht.
Herrchens Socken umhergeschleppt und die Trotteln von seinen
Collegeschuhen abgebissen. Fetzen fand ich einfach immer toll. Frauchen
hatte sich mal einen teueren BH gekauft, alles schön
zurechtgelegt, denn sie war im Bad, anscheinend wollte sie noch mal
weg. Ich habe mir dieses Ding geschnappt und ratzfatz war es
hinüber.
Einmal lag ihre Brille auf dem Nachttisch, natürlich mußte
ich die auch untersuchen. Herrchen lief dann hinter mir her und ich
ließ sie fallen. Er konnte nicht mehr bremsen und kaputt war das
Ding. Frauchen war natürlich sauer, hat sich aber schnell eine
neue gekauft. Es war aber auch nichts vor mir sicher.
Oft habe ich mit Herrchen vorm Computer gesessen. Mich hat einfach
alles interessiert. Oster- und Weihnachtsschmuck durfte ich auch
begutachten.
Auf dem Balkon hatte ich sogar einen eigenen Sonnenschirm. Wir haben da
immer gesessen und auf Herrchen gewartet. Der Haushalt lief von
alleine. Nur wenn etwas Großes anlag, mußte Herrchen mit
mir raus. Schlimm war es, wenn sie nachmittags arbeiten mußte,
sie wollte mich einfach nicht alleine lassen. Ihre Kollegen hatten
dafür wenig Verständnis. Kauften Leckerchen für mich,
sagten aber hinter ihrem Rücken: ”mit ihrem Hund.”
Leberkäse habe ich auch mal geklaut. Frauchen hatte einen Moment
nicht aufgepaßt und weg war er. Nachts mußte ich dann raus,
da wußten sie, wo er war. Weihnachten bekam ich immer
Fleischwurst oder Wiener, die mochte ich aber immer nur lauwarm. Auch
gebratene Leber war lecker, überhaupt, was ich für Futter
bekam. Es wurde sogar für mich gekocht. Schabe-, Puten-,
Rindersuppenfleisch und Kotelettknochen, die ich sehr gerne
abknabberte. Manchmal gab es Hüttenkäse natürlich mit
Beilage (Schabefleisch). Am liebsten mochte ich aber Spaghetti mit
Käse, das flutschte so schön. Ich war rundherum zufrieden.
Konnte es mir besser gehen? Wir haben sehr viel erlebt. Es fallen mir
tausend schöne Sachen ein.
Eines Tages kam mein Frauchen mit einer Tüte Luftballons nach
Hause. Hatte sie im Fernsehen gesehen, mit einem Dackel, ” was
der kann, kann mein Moritz auch”, sagte sie. Sie hat mir alle
aufgeblasen und ich habe sie in Windeseile kaputtgebissen. Das Gleiche
abends nochmal für Herrchen, der sollte den Spaß auch sehen.
Das Geknalle fand ich so toll.
Sie haben sich immer für mich etwas einfallen lassen, damit mir ja
nicht langweilig wird. Wenn ich müde war, habe ich mich von selbst
zurückgezogen. Mein Schnarchen fand sie immer erträglicher
als das von Herrchen. Sie haben immer gesagt, ”Moritz ist lieb,
einfach nur lieb”. Na klar war ich lieb, sollte ich mir etwas was
verscherzen? Hatte ich doch gar nicht nötig. Sogar im
Kleiderschrank habe ich mich versteckt, der ging immer auf. Oh was hat
sie dann immer getan, als ob ich verloren gegangen wäre. ”
Wo ist den nur mein Möhrchen?” rief sie immer. Alles nur
Spiel, hat mir aber viel Spaß gemacht.
Zwei Erlebnisse hatten wir mal an der Leine. Im Sommer lag da ein
Sonnenanbeter, nackt. Ich bin hin und habe dem die Schuhe geklaut. Er
rief, schmeißen sie mir die Schuhe einfach zurück. Nein
sagte Frauchen, das geht nicht, mein Hund hält das für Spiel,
ich gehe weiter und sie holen sich dann ihre Schuhe. Man war das
peinlich.
Wir kamen dann an einem Sportplatz vorbei, dort war
Fußballtraining. Die Tür stand auf und ich hinein,
Bälle, meine Leidenschaft. Die Spieler fanden mich niedlich, und
waren gar nicht böse wegen der kleinen Unterbrechung. Ich wollte
einfach mitspielen. Aber der Trainer hat gemeckert. Frauchen
mußte mich dann vom Platz holen, ich wollte aber nicht, alle
haben gelacht. Ich durfte aber auch sehr viel. Überall bin ich mit
dabei gewesen. Auf dem Boden zum Wäsche aufhängen, im Garten
durfte ich schnell mal Pippi machen, wenn sie in ihrem kleinen
Blumengarten, hinterm Haus war. Da durfte ich auch immer dabei sei, da
war immer schöner Schatten. Selbst wenn Frauchen die Treppenwoche
hatte, durfte ich zusehen und alles wurde wie immer fotografiert.
Bei meinem letzten Urlaub in Hohenwarth
Nur wenn die kleinen Hundemädchen heiß waren, dann
mußten sie mich zurück halten, sonst bin ich hinterher. Da
waren ja auch tolle Typen dabei, aber es half kein Jammern. Trotzdem
ist es mir einmal gelungen. Frauchen hat mich da zwei Stunden gesucht.
Ich saß auf der Eiswiese. Sie war völlig aufgelöst und
ich bekam meine erste Backpfeife, waren wohl die Nerven bei ihr. Ich
habe das nicht verstanden, sonst hat sie mich bei jeder Gelegenheit in
Schutz genommen.
Ein blöder Hund, namens Pinky, ist mir mal auf den Rücken
gesprungen und wollte mich behöppeln. Das wollte ich aber nun
wirklich nicht. Dieses überkandidelte Frauchen ist dann zum
Tierarzt und zum Gericht gegangen. Selbst das Herrchen von Pinky fand
die Frau überdreht. Diätfutter usw., naja, alles ein
bißchen überspannt.
Am Göttinger Freibad parkte mal ein Auto, da saß ein Hund
drin und kläffte fürchterlich. Sein Frauchen war im Bad. Ich
bin an dem Auto hochgesprungen und mein Frauchen, korrekt wie sie war,
hat gewartet bis die Dame aus dem Bad kam. Sie hat sich dann ihr Auto
waschen lassen und mein Frauchen müßte 10 DM dafür
bezahlen. Es gibt schon eigenartige Leute.
Im Winter sind wir dann mal an der Leine spazieren gegangen. Der
Uferrand war richtig zugefroren. Ich bin ja selbst bei Kälte, sehr
zum Entsetzen meines Frauchens, ins Wasser gesprungen. Nun kam ich
nicht mehr raus, rutschte immer wieder ab. Bei Feinprüf schauten
einige Leute aus dem Fenster und wollten schon mit einer Stange zu
Hilfe kommen, denn sie hatten das Drama gesehen. Mein Frauchen hat sich
dann auf den Bauch gelegt und mich rausgezogen. Es war auch
höchste Zeit, meine Kräfte ließen schon nach. Wir sind
dann nach Hause gerannt, damit ich wieder warm wurde und mich nicht
erkältete. Zuhause hat sie mich dann in eine Decke gepackt.
Im Windausweg hat mich mal ein Sinti mit seinem Mercedes gejagt, die
ganze Straße am Institut entlang. Der hatte überhaupt keine
Achtung vor Hunden, alle haben ihn beschimpft, weil er das getan hat.
Warum?
Im Sommer habe ich dann Soraya kennen gelernt. Eine hübsche
Schäferhündin. Die Besitzer der Hündin hatten am Freibad
einen Garten. Wir haben uns oft getroffen und in der Leine gebadet. Ich
war ein bißchen verliebt in Soraya. Eigentlich war jeder Tag ein
Erlebnis für mich. Ich könnte stundenlang erzählen. Im
Stegemühlenweg habe ich mal einem Anwohner in die Werkzeugkiste
gepinkelt, er war am Auto basteln.
Selbst Frauchens Antibabypille habe ich gefressen. Ihr Arzt hat gelacht
und meinte, braucht er sie denn? Als wir noch in der
Schillerstraße wohnten, kannte ich viele Hunde, manche mochte ich
nicht so sehr, hatte aber auch einige Freunde. Z.B. , einen Rottweiler,
Namens Bodo.
Ein Dobermann hat mir mal die Lefzen zerbissen, das war sehr schlimm.
In der Tierklinik haben sich mich dann wieder zusammengeflickt und ich
mußte eine Halskrause tragen. An meinen Beinen bin ich auch mal
operiert worden. Ich habe immer an der Wunde geleckt und Frauchen hat
mir dann Socken übergezogen. Die Leute sagten lächelnd zu
ihr: ” Na geht ihr zum Preisboxen?” Sie mochten mich
einfach alle.
Einmal war ich mit Frauchen Pilze suchen, sie war beschäftigt und
ich auch. Am Waldesrand war ein frisch gefurchter Acker, in den Furchen
war frische Jauche. Ich habe mich vor Wonne darin geaalt, die Beine
hoch und den Rücken schön eingeschmiert. Da war was los, viel
Schimpfe, eine alte Wolldecke aus dem Kofferraum und dann habe ich
betröppelt im Auto gesessen. Beim Säubern des Autos hat
Frauchen dann wohl doch etwas übersehen, denn am nächsten
Abend kam Herrchen wütend nach Hause, Er hatte einen Termin in der
Werkstatt und das Auto hatte noch gestunken. Naja, böse waren sie
mir nicht richtig, Ich hätte auch nicht verstanden, warum.
Wenn sie mal weggehen wollten, habe ich ein richtige Show abgezogen.
Trauermiene – ihr wollt mich alleine lassen ? -, denn ich hatte
das ja immer gemerkt. Sie machten sich fein, gingen noch mal schnell
Gassi mit mir und ich dachte, wartet mal ab. Herrchen sagte dann,
wollen wir wirklich gehen? Guck doch mal den Moritz. Er zog seine Jacke
wieder aus und hängte sie an den Haken. Da war für mich
wieder alles o.k. . Ja so plätscherte mein Leben dahin.
Bis ich eines Tages hörte, wir machen Urlaub. Was ist denn das?
Dachte ich. Urlaub? Das war immer eine besonders schöne Zeit. Mit
dem Wohnwagen an die Ostsee. Die Fahrt war immer etwas anstrengend,
aber sie haben es mir leicht gemacht. Pausen, frisches Wasser und einen
geräumigen Platz im Auto. Ich habe fast nur vorne auf dem
Beifahrersitz gethront, obwohl es verboten war. Aber ich habe mich
immer sehr anständig benommen. Autofahren war auch eine
Leidenschaft von mir. Ständig habe ich die Autoscheiben
vollgesabbert, Herrchen hat gemeckert und Frauchen hat sie sauber
gemacht. Sie haben mich immer mitgenommen und ich habe nun mal gerne
aus dem Fenster geschaut.
Aus der Hutablage habe ich Wasser getrunken, mal vorne gesessen, mal
hinten, sogar geschlafen. Aus diesen vielen Urlauben muß ich auch
noch etwas erzählen. Der Urlaub im Niobe an der Ostsee war immer
etwas Besonderes. Strand, Wind und Wellen. Ich habe mich immer vor die
großen Wellen gestemmt, daß war eine herrliche Sache,
konnte einfach nicht genug davon kriegen. Immer wieder rein und raus
ins Wasser, ich war in meinem Element. Ich war eine Wasserratte, sogar
getaucht bin ich.

Mein Element. das Wasser
Frauchen hatte immer Angst um mich, wenn nur noch
mein Schwänzchen aus dem Wasser ragte. Man, ein Hund kann doch
schwimmen, sagte Herrchen. Drei Wochen ging das so, einfach herrlich,
den ganzen Tag Zeit für mich. Stöcken schmeißen,
Bällchen ins Wasser usw. . Ein toller Spaß, konnte nicht
genug davon bekommen. Die Beiden haben immer viele Steine gesammelt,
lagen ja genug davon am Strand herum. Ich habe ihnen immer dabei
geholfen. Wir haben sie dann mit nach Hause genommen und in den Garten
gelegt. Im Urlaub hatte ich immer meine eigene Liege und es wurde auch
immer Schatten für mich gesucht. Herrchen hatte mal eine kleine
Schffsfahrt bis nach Dänemark gemacht, war nicht weit, man konnte bis
dahin gucken. Frauchen fand das zu gefährlich für mich und
sagte, wir machen es uns auch schön. Nach einem langen,
ungefähr 4 km, Strandspaziergang, einfach herrlich, sind wir in
einem Strandlokal gelandet und haben gegessen. Mein Frauchen bestellte
Würstchen für uns beide und bat auch um Wasser für mich.
Ihr Tick, aber die Ostsee war ja auch zu salzig.
Wir saßen draußen im Schatten, als sie wieder rauskam,
saß ich auf dem Tisch. Ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern
saß in der anderen Ecke. Ich war am Tischbein angebunden, aber
wohl nicht kurz genug. Die Kinder fanden das total lustig, nur die
Mutter nicht. Frauchen ging dann in das Lokal, ließ sichen einen
Lappen geben und reinigte den Tisch.
In Burg waren wir auch mal, ich unter dem Tisch angebunden, alles im
Blick, wie ein Wegelagerer. Da kamen ein paar Hunde und ich hoch, alles
flog durcheinander. Der italienische Wirt meinte, kein Problem, denn
ich habe genug Bier, Wein und Pizzen. Herrchen mußte dann etwas
spendieren. Ich war aber auch ein Wildfang.
Einmal ist Frauchen etwas Eis runtergefallen, ich habe es sofort
aufgeleckt und mit Stein verschluckt. Eis mochte ich auch. Sie haben
mir dann Sauerkraut gekocht und aufgepaßt, daß ja der Stein
wieder rauskommt. Ging bei mir alles problemlos, ein Tipp vom Tierarzt.
Eines Tages lernten wir einen Mann mit einem kleinen Showshow kennen,
der hatte ein tolles Halsband, extra für diese Rasse. Frauchen war
ganz begeistert. In Göttingen hat sie mir dann auch eins gekauft,
ziemlich teuer. Für mich ein ganz neues Laufgefühl, vielmehr
Freiheit am Hals. Ich zog doch immer so. Die Tierärztin sagte nur,
sehr vernünftig. Nach zwei Jahren war es dann kaputt und es
mußte ein Neues her. In meiner Größe z.Zt. nur in Rot.
Egal sagte Frauchen, das nächste Mal werden wir wieder ein
Schwarzes nehmen. Mir war das egal, Hauptsache praktisch.
Am Strand während eines Urlaubs auf Fehmarn spielten abends immer
jüngere Erwachsene Fußball, da mußte ich mitspielen !
Sie sagten, schau mal, der kann aber mit dem Ball umgehen, oh ja,
daß konnte ich. Weil ich ein rotes Halsband hatte, tauften sie
mich auf den Namen: “Der Rettungsschwimmer von Fehmarn”.
Die mochten mich auch.
Einmal habe ich sechs Kinder auf einer Luftmatratze getroffen, sie
riefen mich zu sich ins Wasser. Frauchen war ganz aufgeregt und rief,
er macht euch die Luftmatratze kaputt. Sie riefen wir haben fünf
Kammern, außerdem können wir schwimmen, tja, alle fanden
mich toll. Ich war eben der Pausenmaxe. Ich will ja nicht langweilen,
aber habe noch viel zu erzählen. Ja , das war der Sommerurlaub.
Mein Stammplatz
Es gab aber auch einen Herbsturlaub, Bayerischer Wald, auch sehr
aufregend für mich. Bißchen anstrengend die Fahrt, aber
trotzdem auch ein tolles Erlebnis. Am Campingplatz gab es einen
schönen sauberen Bach, der Weiße Regen, der hatte es mir
auch angetan. Da durfte ich viel spielen und baden. Hatte mir auch
viel, viel Spaß gemacht. So ging das die ganzen Jahre, ich habe
unheimlich viel erlebt. Kam mir vor wie im Paradies. Der Herbsturlaub
im Bayerischen Wald war aber auch immer wieder ein Erlebnis. Dazu
fällt mir eines ein, es war in Hohenwarth. Der Weiße Regen
hatte nach Hochwasser sehr viel anliegende Bauernhöfe gestreift
und die Jauche floß nun auch im Bach. Toll. Ich einfach hinein.
Da habe ich vielleicht gestunken, herrlich. Aber die Beiden haben
warmes Wasser aus dem Sanitärhaus geholt und mich gründlich
gebadet. Auch auf einer Urlaubsfahrt habe ich solche Zoten gebracht und
sie mußten mich an der Tankstelle waschen.
Auf einer Wiese in Hohenwarth, am Campinplatz, begegneten wir einer
Nonne, Sie rannte förmlich mit wehenden Gewändern den Hang
hinab. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich habe mich erschrocken
und laut gebellt. Sie lachte nur und meinte, gell, einen Pinguin hast
du wohl noch nie gesehen. Sie war sehr nett und hatte Humor.
Am Arbersee habe ich mich mal mit einem Huski gerauft. Im Eifer des
Gefechts habe ich dann dessen Frauchen erwischt. Die wußte gar
nicht, von wem das kam. Herrchen und Frauchen sind dann mit mir
weitergegangen. Noch mal Glück gehabt, denn ich war schon frech.
Einen schlimmen Tag, das war im Winter in Hohenwarth, hatte ich auch
mal. Ich habe mir auf einem gefrorenen Maulwurfshaufen den Fuß
verletzt, den Zeh gespalten. Zwei Tage vor unserer Heimreise, das tat
weh. Frauchen hat mich gut versorgt und in Göttingen sind wir
sofort zu Tierarzt, der hat den Rest gemacht. Zu Dritt mußten sie
mich festhalten, denn da habe ich furchtbar geschrien, sie mußten
mir einen Maulkorn verpassen, sonst hätte ich um mich gebissen.
Im Bayerischen Wald haben wir einmal eine Zugfahrt gemacht. Mit einer
historischen Eisenbahn. Auch zum Brocken sind wir mal mit dem Zug
gefahren. Für mich war das Gerumpel nichts, das war nervig. Sie
mußten sogar eine Kinderfahrkarte für mich lösen,
dafür habe ich mich dann aber auch auf die Bank gesetzt.
Beim Abbau des Wohnwagens habe ich mich schon immer in den Kofferraum
gesetzt, die Tür war ja offen. Ich wäre aber nicht
weggelaufen. Ich hatte Angst, die könnten mich vergessen, aber das
hätten sie niemals.
Meine Beiden sagten immer, wir wollen keinen Duckmäuser, sondern
ein fröhlichen und glücklichen Hund. Das war ich auch.
Angst kannte ich keine, vor niemandem. Ich habe ja auch keinem etwas
getan, war nur etwas lebhaft. Im Großen und Ganzen war ich schon
O.K. Wenn Herrchen mal mitbekam, wie andere Tierbesitzer ihre Hunde
schlagen und treten und was sonst noch, hat er sie böse als
Tierquäler beschimpft.
Tierquäler ? ? Kante ich überhaupt nicht. Für uns galt
immer nur, wir wollen alle unseren Spaß haben. Notwendige Dinge
wurden schon eingehalten, aber es wurde nie etwas übertrieben. Ich
war eben ein geliebtes Familienmitglied. Kleiner Junge sagte Herrchen
immer, naja. Selbst das Raufen im Spaß mit Herrchen fand ich
immer gut.
Dann sind wir umgezogen, in ein Haus mit Garten, Elternhaus von
Herrchen. Das war für mich das Paradies. Direkt am Wald, viel Ruhe
und Auslauf für mich (Kleiner Hagen). Ich durfte da viel frei
herumlaufen und habe auch einige nette Hunde kennen gelernt. Z-B. ,
Anton, mit dem ich im Wald immer um die Wette lief, auch Scooter, ein
Schäferhund, war mein Freund. Numa, eine kleine feine Lady
(Lassie-Typ) war immer ein bißchen auf Distanz.
Im Sommer haben wir gegrillt und ich durfte immer überall dabei
sein. Es gab ja immer ein Stück Bratwurst für mich. Mein
Lieblingsplatz war unter dem Rhododendronbusch, da hatte ich immer
alles im Blick. Überhaupt der Garten hatte es mir angetan, war
auch toll für einen Hund. Immer frische Luft und nicht angeleint.
Wenn ich Hunger hatte, ging ich ins Haus. Wenn mal nichts in meinem
Napf war, habe ich mich selbst bedient. Wie die Schublade aufging,
wußte ich ja, sehr zum Entzücken meiner beiden. Sie haben
das sogar geknipst. Wenn ich besonders übermütig war, bin ich
mit der Cäsar-Packung durch den Garten geflitzt und habe es sogar
geschafft, die Packung selber aufzubeißen.
Wenn ich müde war, bin ich dann ins Haus gegangen und habe mich
auf meinen Schlafplatz gelegt. Aber ich mußte spät abends
immer noch mal Pippi machen, wie sie so schön sagten. Selbst wenn
sie mal weg waren und nach Hause kamen, das war den beiden immer
wichtig, mir aber auch.
Meine Erlebnisse im Lärchenweg waren aber auch wirklich
schön. Viele neue Freunde kennen gelernt, mit dem Ondit, ein Pudel
von der Nachbarin habe ich mich auch verstanden. Naja, der war
kastriert. Keine Gefahr für mich.
Wegen einer Hündin bin ich gleich am zweiten Tag unseres Einzugs
mal weggelaufen. Das Frauchen der Hündin hat mich aber wieder
zurück gebracht. Verstecke hatte ich auch im Garten, einen dicken
Busch Farnkraut. Dort lag ich mit meinem Köpfchen auf den Pfoten
und habe mich amüsiert, wenn Frauchen mich suchte. Wo sollte ich
denn schon hin? War doch alles eingezäunt. Als Herrchen mal einen
Alibert im Bad angebracht hatte, war ich dabei und habe
aufgepaßt, daß auch alles richtig wird. Immer und
überall war ich dabei, eben neugierig.
Wenn Frauchen zum Bügeln in den Keller ging, bin ich hinterher und
habe mich in den Wäschekorb gelegt. Du bist doch keine Katze,
sagte sie und holte schnell den Fotoapparat.
Im Winter haben wir einen Schneemann gebaut, den ich anpinkeln durfte, das war auch ein Spaß.
Ab Oktober sind wir dann nach oben ins Wohnzimmer gegangen, da war es
gemütlich. Im Sommer haben wir sogar im Keller geschlafen. Es war
sonst einfach vor Hitze nicht auszuhalten. Wir haben uns da richtig
schöne Betten gemacht. Mir hat der kühle Fußboden gut
getan.
Aber besonders schön waren immer die Wochenenden, auch im Winter
und die Urlaube, das war das Größte, Herrchen und Frauchen
mit mir und immer ganz viel Zeit für mich.
Als Herrchen 60 wurde hatten wir Besuch mit Dackel Toby. Mich haben sie
dann weggesperrt, da war ich aber empört. Der hat aus meinem
Wassernapf getrunken und überhaupt, ich hätte den doch nicht
gefressen.
Auf unserer Terrasse habe ich mich mal mit einen Rotkehlchen
angefreundet. Es durfte sogar auf meinem Rücken sitzen. Frauchen
hat das auch fotografiert. Herrchen war auf Exkursion an der
Ostseeküste und wir haben immer gemütlich
gefrühstückt.
Als meine beiden in Rente gingen, hatten sie noch mehr Zeit für
mich. Meine Liebe zu den Beiden habe ich immer gleichmäßig
verteilt, sie zu mir aber auch. Mit Herrchen habe ich mich sehr gut
verstanden, besonders beim Leckerchen betteln. Ich brauchte ihn nur
angucken und mit dem Schwänzchen wackeln und er zeigte 3 Finger,
dann bekam ich, was ich wollte. Ich war ein richtiger Bettelstudent,
war ja auch immer genug da.
Hui, da gibt es was zu naschen
Ja, so kam ich dann ich die Jahre. Die ersten Zipperlein und viele
Tierarztbesuche. Herrchen und Frauchen waren immer ganz traurig, wenn
es mir schlecht ging. Ich habe aber auch einiges durchgemacht, hatte
aber einen tollen Tierarzt, der mir immer sehr geholfen hat. Nach zwei
bis drei Tagen war alles vergessen. Ja ich war aber auch hart im
Nehmen. Nur einmal, da hat es mich doll erwischt, das war heftig. Ich
war 14 Jahre alt. Frauchen ging mit mir spazieren und ich war gerade
mit meinem Geschäft im Gang, da kommt ein Schäferhund und
fiel grundlos über mich her. Biß mir voll in den Hintern,
das war sehr schlimm. Ich hatte den überhaupt nicht gesehen.
Frauchen ist sofort mit mir nach Hause und hat mich in eine Wolldecke
gepackt und ist mit mir zum Tierarzt. Alles war voll Blut und Frauchen
hat geweint. Vier Ärzte haben sich um mich bemüht, die
anderen mußten alle warten, denn es stand sehr schlecht um mich.
Von 17-22 Uhr hat die OP gedauert. Es waren sehr große
Verletzungen. Von all dem habe ich nichts gemerkt, aber hinterher.
Herrchen hat dann erst mal das Herrchen von diesem blöden
Schäferhund zur Sau gemacht. Der lief sehr oft ohne Aufsicht
herum, war ein ganz fieser Mopp, er hat oft andere Hunde gebissen. Gute
drei Monate hat es gedauert, bis ich mich wieder erholt hatte. Ich
hatte doch inzwischen auch ein schwaches Herz. Aber mit Medikamenten
hatten wir das gut im Griff, auch meine Arthrose. Das wurde dann ab
meinem fünfzehnten Lebensjahr etwas schlimmer. Immer mal so
Schübe. Ich wurde in allem etwas langsamer, war aber trotzdem sehr
tapfer, ein Auf und Ab. Meine Beiden haben sehr viel Rücksicht auf
mich genommen. Herrchen hat mich ins Auto getragen und dann sind wir
zum Waldesrand gefahren, ich sollte doch nicht mehr so viel laufen.
Ging eigentlich soweit ganz gut. Gequält haben sie mich nicht. Das
ging dann bis ich über sechzehn Jahre alt war. Tolles Alter,
nicht? Kam wohl auch von der guten Pflege, vielen Liebe und die
Freiheit im Garten.

Tschüß, macht's gut
Aber eines Tages war es dann soweit,ich bin umgefallen und war einfach
nur noch ganz müde. Frauchen hat geweint, Herrchen hat geweint und
dann kam der Tierarzt. Was dann mit mir geschah, weiß ich nicht
mehr. Ich habe dann nur noch ganz tief geschlafen und war sehr weit
weg. Da bin ich auch heute noch, auf dem Tierfriedhof. Da liegen auch
ganz viele andere Hunde. Herrchen und Frauchen kommen mich immer
besuchen und bringen mir Blumen. Sie sind dann immer ganz traurig. Aber
das weiß ich alles nicht mehr. Zuhause haben sie ganz viele
Bilder und sprechen oft von mir.
Ja, das war ich, der Moritz